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Das Bundeswasserstraßennetz
Die Bundeswasserstraßen gliedern sich nach dem Wasserwegerecht in Binnenwasserstraßen und Seewasserstraßen.

Bei den Binnenwasserstraßen des Bundes unterscheidet man solche, die dem allgemeinen Verkehr dienen, und solche von untergeordneter Bedeutung, die nicht dem allgemeinen Verkehr dienen. Seewasserstraßen sind die Flächen zwischen der Küstenlinie bei mittlerem Hochwasser oder der seewärtigen Begrenzung der Binnenwasserstraßen und der seewärtigen Begrenzung des Küstenmeeres.

Das Schifffahrtsrecht unterteilt die Bundeswasserstraßen entsprechend ihrer überwiegenden Verkehrsnutzung in Binnenschifffahrtsstraßen und Seeschifffahrtsstraßen. Der größte Teil der Binnenwasserstraßen beider Kategorien sind zugleich Binnenschifffahrtsstraßen. Binnenwasserstraßen sind Seeschifffahrtsstraßen, wenn sie, überwiegend der Seeschifffahrt dienen. Seeschiffe befahren – soweit ihre Bauart dies zulässt – im Binnen-See-Verkehr auch Binnenschifffahrtsstraßen. Umgekehrt dürfen Binnenschiffe, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, auf Seeschifffahrtsstraßen verkehren.

Das Netz der Bundeswasserstraßen in Deutschland umfasst ca. 7.350 Kilometer Binnenwasserstraßen, von denen ca. 75 Prozent der Strecke auf Flüsse und 25 Prozent auf Kanäle entfallen. Zu den Bundeswasserstraßen zählen auch ca. 23.000 Quadratkilometer Seewasserstraßen. Zu den Anlagen an den Bundeswasserstraßen gehören unter anderem 450 Schleusenkammern und 290 Wehre, zwei im WSV-Betrieb befindliche Schiffshebewerke, 15 Kanalbrücken und zwei Talsperren.

Etwa 4.800 km des Bundeswasserstraßennetzes besitzen – innerhalb des nach Leistungsfähigkeit klassifizierten Wasserstraßennetzes – maßgebliche Bedeutung für den internationalen Güterverkehr in Europa.

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Die bedeutendsten Bundeswasserstraßen für den Binnen- und Personenschifffahrt sind der Rhein (mit den Nebenflüssen Neckar, Main, Mosel und Saar) und die Donau. Seit 1992 verbindet der Main-Donau-Kanal die Donau mit dem Rheinstromgebiet.
Rhein und Donau bilden zusammen mit Teilabschnitten von Weser, Elbe und Oder, sowie einigen Kanäle, die diese Wasserstraßen verbinden ein dichtes Infrastrukturnetz.

Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des “nassen” Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN) und sind dementsprechend leistungsfähig zu erhalten und zu gestalten. Vorhandene Engpässe im Netz sind zu beseitigen, um dessen wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Über die 757 Kilometer langen Seeschifffahrtsstraßen sind Nord- und Ostsee erreichbar. Über die Donau, den Main-Donau-Kanal, den Main und den Rhein sind die Anrainerstaaten zwischen dem Schwarzen Meer und der Nordsee erreichbar. Die West-Ost-Magistrale bildet das Kanalnetz zwischen Rhein und Oder.

Es gibt mehr als 100 moderne öffentliche See- und Binnenhäfen. Fast alle bedeutenden Industrie- und Handelszentren sowie 56 von 74 Großstadtregionen in Deutschland verfügen über eine Wasserstraßenanbindung und damit über den umweltfreundlichsten Verkehrsträger (bezogen auf die transportierten Mengen / Tonnenkilometer). Sie haben Anschluss an die großen europäischen Seehäfen Hamburg, Bremerhaven, Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen (ARA-Häfen).

Unter dem Link https://www.wsv.de/wasserstrassen/index.html finden Sie u.a. weiterführende Informationen zu folgenden Themen:

  • Gliederung der Bundeswasserstraßen (Klassifizierung, Längen, Zuständigkeiten, …)
  • Bauwerke und Anlagen
  • Chronik
  • Historisches