Main-Donau-Kanal: Eis bringt Schifffahrt zum Erliegen

32 Binnenschiffe sitzen fest – Sperre auf 100 Kilometer ausgeweitet

Eisige Kälte beschert derzeit vielen Binnenschiffern in Bayern eine Zwangspause. Allein auf dem gesperrten Main-Donau-Kanal sitzen 18 Frachter fest, 14 weitere warten auf der Südseite des Kanals auf die Weiterfahrt. Bis zum nächsten Tauwetter kann es Wochen dauern.

Der klirrende Frost brachte die Schifffahrt in Bayern Anfang der Woche weitgehend zum Erliegen. Allein wegen der Eis-Sperre auf dem Main-Donau-Kanal können inzwischen 32 Binnenschiffe nicht weiterfahren. Wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nürnberg berichtete, sind 18 Schiffe auf dem Main-Donau-Kanal eingeschlossen, 14 Frachter mussten  wegen der Kanalsperre an der südlichen Zufahrt eine Zwangspause einlegen.

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Foto: Thomas Prüfer

Jetzt können selbst die Eisbrecher nichts mehr ausrichten: bis zu 60 Zentimeter hoch türmen sich die von den Schiffen zusammengeschobenen Eisschollen auf dem Main-Donau-Kanal. An den höchst gelegenen Punkten zwischen Leerstetten und Hilpoltstein im Landkreis Roth ist es besonders heftig. An den Schleusen kommt es zu ständigen Problemen  und Störungen, die Tore öffnen und schließen nicht mehr richtig.

115 Kilometer gesperrt

Auch auf weiten Teilen des bayerischen Mains ruht inzwischen der Schiffsverkehr. Seit Montag ist der 171 Kilometer lange Main-Donau-Kanal auf einer Länge von 115 Kilometern gesperrt. Die zunächst im mittleren Abschnitt verhängte Sperrung wurde  nun auf den nördlichen Abschnitt zwischen Bamberg und Hausen ausgeweitet.

Angesichts der täglich wachsenden Eisschicht kann die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer auch nicht mehr mit Eisbrechern freigehalten werden. Die drei Eisbrecher, die in den letzten Tagen permanent eine Fahrspur freigehalten hatten, sind inzwischen in Richtung Main abgezogen. Nur ein Eisbrecher bleibt in Nürnberg. Er soll aber keine Fahrrinne mehr freihalten, sondern vor allem die Bauwerke sichern. Die Schweißnähte der Stahltrogbrücken könnten durch die Eismassen gesprengt werden, falls dort die dicke Eisschicht nicht immer wieder aufgebrochen wird. Schleusungen werden nur noch durchgeführt, wenn es unbedingt notwendig ist.

Da der Wetterdienst auch für die kommenden Tage klirrenden Frost meldet, ist in dieser Woche kaum mit einer Besserung der Lage zu rechnen.

Quelle: Nürnberger Nachrichten